Zufahrt zur Nordschleife
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Rundstrecken Challenge
Nürburgring




Die Höhen und Tiefen beim 4. RCN Lauf auf der Formel 1 Rennstrecke Spa Francorchamps in Belgien

Die Anspannung im Team war groß: Spa war ja für uns absolutes Neuland.
Am Vortag musste ich jedoch noch einiges am Auto machen, da man mir bei der letzten Abnahme den Seilzug für die Löschanlage angekreidet hatte. Diese sollte nämlich auf Fahrerseite zusammen mit dem Stromauslöser angebracht werden. So hat mich der Umbau gute 3 1/2 Stunden gekostet. Endlich konnte ich jedoch nach Abschluss der Arbeiten den Renner gegen 21:00 Uhr auf den Transporter stellen, sodass einer Abfahrt Sonntag früh um 08:00 nichts mehr im Wege stand.
Die 2-stündige Fahrt nach Spa Francorchamps war von fantastischem Wetter begleitet – gerade recht, um noch mal richtig abzuschalten vor dem 4. Lauf.

Auf den Strassen Belgiens:
RCN 22.06.2008


In SPA angekommen ging es für uns sogleich in unsere BOX 21. Nach erstem Akklimatisieren in der Boxengasse, traf man sogleich auf großteils bekannte Gesichter, konnte jedoch durchaus auch neue Kollegen treffen.
Ich hatte mal wieder die Hoffnung, dass die Abnahme unseres Renners ohne Probleme ablaufen würde - aber nein, wieder gab es was zu bemängeln.
Neuerdings müssen Dreiecksverstärkungen an den Verstrebungen für Fahrer und Beifahrer angebracht sein und plötzlich ist die Kamerahalterung im Fahrzeug auch nicht mehr regelkonform!
Da half nur Abhaken und Vergessen, denn der Tag sollte noch einige weitere Überraschungen der unangenehmen Art mit sich bringen.

Auf den ersten Lauf habe ich mich natürlich gefreut, wenngleich ein Gefühl der Anpassnung, ob der unbekannten Rennstrecke mitschwang.
Als erstes wurde die Einführungsrunde gefahren und geschaut wo es lang geht. Ich taste mich langsam und mit nötigem Respekt an diese große Strecke heran, kann jedoch schon bald das Tempo nach und nach steigern. Doch plötzlich, nach ¾ der ersten Sprintrunde, passierte es:
Einem Torpedo gleich schlägt ein anderes Fahrzeug von hinten am Kurveneingang plötzlich auf der Fahrerseite ein – das darf doch nicht wahr sein, ich war aufgrund der Unnötigkeit eines solchen Kontakts außer mir – dem geneigten Leser erspare ich die Inhalte meiner Flüche, man dürfte sie jedoch noch außerhalb des Fahrzeugs vernommen haben.
Ich bin dann gleich in die Boxengasse gefahren da ich nicht genau wusste, was alles kaputt sein könnte. Aufgrund des Schadensbildes, vor allem jedoch aufgrund meines rekordverdächtigen Blutdrucks beschlosse ich, den 1. Lauf nicht unter „Dampf“ zu Ende zu fahren.
Nach genauerer Beurteilung des Schadens durch viele Experten und Helfer konnte Entwarnung gegeben werden, denn zum Glück handelte es sich praktisch ausschließlich um kosmetische Schäden (eingedrückte Fahrertür und ein paar Lackschäden an beiden Stoßfängern), welche einen bedenkenlosen Start im 2. Turn ermöglichten.
In der langen Pause konnte ich mich dann erstmal beruhigen, habe den Wagen so gut es ging saubergemacht und mich für den anstehenden Lauf körperlich und geistig noch mal voll fokussiert. .
Prozedere war das gleiche wie beim 1. Lauf, diesmal jedoch konnte ich Beschuß und Einschläge glücklicherweise vermeiden und so ließen sich die 18 Runden beinahe genüsslich abspulen.

Die 2. Runde verlief jedoch ganz merkwürdig. Ich wusste leider aufgrund meiner Aufregung nicht mehr wie der 1. und 2. Lauf gewertet würden und so bin dann ich einfach nach Lust & Laune gefahren. Zu gewinnen gab es ohnehin nichts mehr. Also Setzrunde mit 3:54 gefahren, Zettel abgerissen. 1. Sprintrunde. Diesmal Gottseidank durchgekommen. Zettel abgerissen. 2. Sprintrunde, wird besser. Zettel abgerissen. 3. Sprintrunde. Langsam stellte sich ein Gefühl der Sicherheit ein und ich erkannte, welchen speed welche Kurve verträgt und wie ich sie am besten fahre. Es lief immer besser. 4. Sprintrunde.
Zwar fuhren viele der Kollegen noch flotter, ich lies mich jedoch nicht irritieren und fuhr mein Rennen, lernte die Strecke immer besser kennen und fand mehr und mehr den richtigen Rhythmus. 4. Sprintrunde, oder war es doch schon die 5.?? Unglücklicherweise habe ich irgendwann vergessen den Zettel abzureisen. Tja, hatte nun keine Ahnung mehr gehabt in welcher Runde ich mich denn tatsächlich aktuell befand. Nun gut, einfach weiterfahren und die Strecke immer besser einprägen war die Devise. Die Setztrunden waren nun sowieso egal.

Das Tempo passte mir genauso gut wie dem Fahrzeug, bloß die Semislick-Reifen scheinten etwas überfordert zu sein. Sie haben sehr schnell ihre Grenzen erreicht und fühlten sich sehr schmierig an. Spa hat wohl andere Gegebenheiten als die Nordschleife.
Gegen Ende merkte ich, dass die schnellen Autos auf der Strecke langsam immer weniger wurden. Also, erste Anzeichen, dass es bald zu Ende ging.
Mein Gefühl sagte mir, dass ich in meiner gedachten 18. Runde rausfahren müsste. Daher bin ich diese auch sehr viel langsamer gefahren, als jedoch ein Teilnehmer vor mir eine ähnliche Geschwindigkeit gefahren ist und nicht in die Boxengasse eingefahren ist, habe ich spontan eine Runde drangehängt. Ich hatte ja nichts zu verlieren und so konnte ich diese für mich neue Strecke ausgiebig kennenlernen - Ich dürfte wohl einer der letzten auf der Strecke gewesen sein.
Bei dieser Runde habe ich es dann sehr langsam angehen lassen (weit über 4 min.)
Als ich dann in der Box ankam, folgte die totale Erleichterung und die freudige Gewissheit, dass ich doch den 2. Lauf gefahren bin.
Erschöpft bin ich schließlich aus dem Wagen ausgestiegen, habe den Transponder abgegeben und mich erstmal nach einem Getränk und einem stärkenden Würstchen umgesehen.

Am nächsten Tag habe ich mir Zuhause die Ergebnisliste angeschaut und nicht schlecht gestaunt.
Ich habe zwar logischerweise meine 2 Setzrunden völlig verhaut, die Runde 17 (in der Annahme es war die 18) durch Langsamfahren verfehlt und in der letzten Runde (18.) die max erlaubten 4 min überschritten, bin jedoch zufällig exakt die richtige Anzahl der Runden gefahren.

Dennoch ein erfreuliches Ergebnis vom 2. Lauf: Aus 26 in der Klasse H3 gestarteten Fahrzeuge bin ich 19. geworden! Und das, mitunter auf einer mir völlig neuen Rennstrecke - *staun*.

Das alles hätte jedoch noch etwas mehr Glanz erhalten, wenn der 1. Lauf besser gelaufen wäre.

Wie dem auch sei, die Saison 2008 war damit zu Ende. Es konnten jedoch viele wertvolle Erfahrungen für die nächste Rennsaison gesammelt werden.

Unser Team wird auch 2009 wieder mit dem bewährten BMW 318is an den Start gehen. Dieser wird in der Winterpause einige, kleinere Verbesserungen erhalten und zum Saisonbeginn 2009 mit neuer Stärke antreten.

Das Team Leo-Motorsport möchte sich an dieser Stelle bei der Cupleitung sowie den vielen Sportwarten, Helfern und unsere Partnern in der Saison 2008 bedanken und freut sich schon auf gemeinsame Höhepunkte in 2009.

Euer,

Leo Nutz

Das folgende Video zeigt die Einführungsrunde vom 1. Lauf und Runde 2 und 10 vom 2. Lauf:

RCN 22.06.2008
Video
(.wmv Format, 36 MByte) von Spa Francorchamps, Belgien


Eindrücke von der Strecke:
RCN 22.06.2008
RCN 22.06.2008
RCN 22.06.2008
RCN 22.06.2008
RCN 22.06.2008
RCN 22.06.2008
RCN 22.06.2008

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Monday 11th December 2017 - 13:20:19 CET